Verbotene Pestizide im Supermarkt sorgen aktuell für viele Fragen. Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat am 19.05.2026 einen Labortest zu Reis, Tee und Gewürzen veröffentlicht. Am 25.05.2026 griffen deutsche Medien das Thema erneut auf. Nach Angaben von Foodwatch wurden in mehreren Produkten von bekannten Supermarktketten und Marken Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden, die in der EU nicht zugelassen sind.
Wichtig für Kundinnen und Kunden: Der Test ist kein offizieller Rückruf. Foodwatch fordert zwar für einzelne Produkte einen Rückruf, doch für die Foodwatch-Testbefunde ist nach den hier geprüften Quellen keine allgemeine offizielle Rückrufmeldung auf Lebensmittelwarnung.de bekannt. Wer betroffene Produkte im Vorratsschrank hat, sollte deshalb genau unterscheiden zwischen Foodwatch-Test, Herstellerprüfung und behördlicher Lebensmittelwarnung.
Was ist passiert?
Foodwatch ließ insgesamt 64 Produkte aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Österreich im Labor untersuchen. Im Fokus standen Reis, Tee und Gewürze. Laut Foodwatch enthielten 43 der 64 Proben Rückstände von mindestens einem in Europa nicht zugelassenen Pestizid. Das entspricht rund zwei Dritteln der getesteten Produkte.
Für Deutschland nennt Foodwatch 19 getestete Produkte. 13 davon sollen laut der Organisation Rückstände von Pestiziden enthalten haben, die in der EU nicht zugelassen sind. Besonders auffällig waren nach Angaben von Foodwatch Paprikapulver, Chili, Kreuzkümmel und grüner Tee. Bei diesen Produktgruppen seien in den getesteten Proben durchgehend Rückstände nicht zugelassener Pestizide gefunden worden.
Wenn du deine Wocheneinkäufe planst, lohnt sich neben der Produktauswahl auch ein Blick auf die aktuellen Supermarkt-Prospekte, denn gerade Eigenmarken und Markenprodukte wechseln je nach Kette, Aktion und Sortiment.
Welche Produkte und Ketten nennt Foodwatch?
Foodwatch nennt in der deutschen Auswertung Eigenmarken und Produkte von Rewe, Aldi, Edeka und Lidl sowie Markenartikel von Teekanne, Messmer und Fuchs/Ostmann. Die folgenden Angaben beruhen auf Foodwatch und der Berichterstattung von Merkur, Stand 25.05.2026.
| Produktgruppe | Von Foodwatch genannte Beispiele | Ergebnis laut Foodwatch |
|---|---|---|
| Kreuzkümmel | Kania Kreuzkümmel von Lidl, Fuchs Kreuzkümmel | Rückstände nicht zugelassener Pestizide, bei genannten Produkten laut Foodwatch Grenzwertüberschreitung |
| Chili | Rewe Chili Mix, Ostmann Chili Flocken | Rewe Chili Mix laut Foodwatch mit den meisten Pestizidfunden im Test |
| Paprikapulver | Ostmann Paprika rosenscharf, Le Gusto Paprika edelsüß von Aldi, Kania Paprika edelsüß von Lidl, ja! Paprika edelsüß von Rewe | Mehrere Pestizidrückstände, darunter laut Foodwatch nicht zugelassene Wirkstoffe |
| Grüner Tee | Teekanne Feinster Grüner Tee, Messmer Grüner Tee | Jeweils Rückstände nicht zugelassener Pestizide laut Foodwatch |
| Reis | ja! Basmati Reis von Rewe, Edeka Herzstücke Langkornreis | Rückstände laut Foodwatch, bei Reisprodukten nach Merkur unter gesetzlichen Grenzwerten |
Bei Discountern wie Aldi und Lidl fallen solche Meldungen besonders auf, weil viele Menschen dort regelmäßig Eigenmarken kaufen. Für den normalen Einkauf heißt das nicht, dass alle Produkte einer Kette betroffen sind. Es geht um konkrete getestete Proben und um die von Foodwatch genannten Produkte. Wer Angebote vergleichen will, kann weiterhin die Discounter-Prospekte nutzen, sollte bei Gewürzen, Tee und Reis aber bewusster auf Marke, Herkunft und Produktwechsel achten.
Welche Befunde stechen besonders heraus?
Nach Angaben von Foodwatch war der Rewe Chili Mix im Test besonders auffällig. Foodwatch berichtet von 22 Pestizidfunden, darunter sieben Stoffe, die in der EU nicht zugelassen seien. Bei einem Wirkstoff, Chlorfenapyr, sieht Foodwatch eine Grenzwertüberschreitung. Rewe verweist laut Merkur auf regulatorische Unterschiede bei der Bewertung und prüft den Sachverhalt.
Bei Kreuzkümmel nennt Foodwatch besonders hohe Werte für Flamprop. Beim Kania Kreuzkümmel der Lidl-Eigenmarke soll der Wert nach Foodwatch deutlich über dem erlaubten Höchstwert gelegen haben. Auch Fuchs Kreuzkümmel wird von Foodwatch als Produkt mit Grenzwertüberschreitung genannt. Merkur berichtet, das Bundesinstitut für Risikobewertung habe die beiden Kreuzkümmel-Produkte auf Anfrage als nicht verkehrsfähig eingeordnet, zugleich aber wegen der üblicherweise geringen Verzehrmengen kein unmittelbares Gesundheitsrisiko gesehen.
Bei Paprika nennt Foodwatch unter anderem Le Gusto Paprika edelsüß von Aldi, Kania Paprika edelsüß von Lidl, ja! Paprika edelsüß von Rewe und Ostmann Paprika rosenscharf. Die Belastung wird dabei nicht nur über einzelne Grenzwertüberschreitungen beschrieben, sondern auch über die Zahl verschiedener Rückstände. Das ist für Verbraucherinnen und Verbraucher schwer einzuordnen, weil mehrere sehr kleine Rückstände nicht automatisch dieselbe Bedeutung haben wie eine klare Grenzwertüberschreitung.
Wer wegen der genannten Produkte gezielt bei einzelnen Händlern nach aktuellen Sortimenten oder Aktionen schaut, findet passende Einordnungen auch in unseren Einkaufsübersichten, etwa zu Lidl-Angeboten dieser Woche.
Auch ein Blick auf REWE-Angebote dieser Woche kann helfen, wenn du Produkte, Marken und Eigenmarken vor dem Einkauf bewusster vergleichen möchtest.
Gibt es einen offiziellen Rückruf?
Nach den für diesen Artikel geprüften Quellen fordert Foodwatch einen Rückruf von Fuchs Kreuzkümmel, Kania Kreuzkümmel und Rewe Chili Mix. Eine solche Forderung ist aber noch keine behördliche Rückrufmeldung.
Auf Lebensmittelwarnung.de ließ sich bei der Recherche keine allgemeine offizielle Rückrufmeldung finden, die sich direkt auf die Foodwatch-Testbefunde zu Fuchs Kreuzkümmel, Kania Kreuzkümmel oder Rewe Chili Mix aus Mai 2026 bezieht. Es gibt dort ältere oder andere Meldungen zu Kreuzkümmel, etwa wegen Pyrrolizidinalkaloiden, diese sind aber nicht dasselbe wie der aktuelle Foodwatch-Test zu Pestizidrückständen.
Deshalb gilt: Prüfe bei konkreter Sorge die Produktverpackung, Charge und das Mindesthaltbarkeitsdatum. Schaue außerdem direkt bei der Kette, beim Hersteller und auf Lebensmittelwarnung.de nach. Gerade bei Rückrufen kann sich der Stand schnell ändern.
Wenn du generell bei Supermarktmeldungen auf dem Laufenden bleiben willst, kann auch unser Überblick zu aktuellen Rückrufen bei Kaufland hilfreich sein, weil er zeigt, worauf du bei Chargen, Rückgabe und Herstellerinformationen achten solltest.
Was bedeutet das für Kunden?
Für Kundinnen und Kunden ist der Foodwatch-Test 2026 vor allem ein Hinweis, Gewürze, Tee und Reis nicht nur nach Preis und Marke auszuwählen. Rückstände von Pflanzenschutzmitteln sind beim Einkauf nicht sichtbar, riechbar oder schmeckbar. Wer das Risiko senken möchte, kann vor allem auf Abwechslung setzen.
Praktisch heißt das:
- Verwende nicht dauerhaft immer dieselbe Marke, wenn du ein Produkt sehr oft nutzt.
- Wechsle bei Reis, Tee und Gewürzen gelegentlich zwischen Herstellern und Herkunftsländern.
- Prüfe bei stark genutzten Gewürzen wie Paprika, Chili und Kreuzkümmel die Herstellerinformationen.
- Bewahre Verpackungen nach dem Kauf eine Zeit lang auf, damit du Charge und Mindesthaltbarkeit bei einer späteren Meldung nachsehen kannst.
- Achte bei offizieller Rückrufmeldung auf die genaue Produktbezeichnung, nicht nur auf die Marke.
Bio-Produkte können eine Alternative sein, weil im ökologischen Landbau chemisch-synthetische Pestizide stark eingeschränkt sind. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jedes Bio-Produkt frei von allen Rückständen ist. Es bleibt sinnvoll, abwechslungsreich einzukaufen.
Sind die Produkte gesundheitlich gefährlich?
Das lässt sich aus dem Foodwatch-Test allein nicht pauschal sagen. Foodwatch kritisiert vor allem, dass Rückstände von in der EU nicht zugelassenen Pestiziden über importierte Lebensmittel wieder in die Regale gelangen können. Die Organisation spricht von einem politischen und regulatorischen Problem.
Grenzwerte haben dabei zwei Funktionen. Sie sind ein rechtlicher Maßstab für Verkehrsfähigkeit und Kontrolle. Gleichzeitig sind sie nicht automatisch gleichbedeutend mit einer akuten Gesundheitsgefahr, wenn sie überschritten werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung erklärt allgemein, dass Rückstandshöchstgehalte so festgelegt werden sollen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher geschützt werden. Eine Überschreitung ist dennoch ein Rechtsverstoß und muss bewertet werden.
Bei Gewürzen kommt hinzu, dass meist nur kleine Mengen verzehrt werden. Das relativiert einzelne Befunde im Alltag, macht sie aber nicht bedeutungslos. Foodwatch verweist außerdem auf mögliche Mehrfachrückstände, also den sogenannten Cocktail-Effekt. Wie relevant dieser im konkreten Produkt ist, muss im Einzelfall wissenschaftlich bewertet werden.
Wann wurde der Test veröffentlicht?
Der zeitliche Ablauf ist wichtig, weil viele Suchanfragen aktuell unter "verbotene Pestizide Supermarkt", "Aldi Rewe Lidl Edeka Pestizide" oder "Rückruf Pestizide" laufen.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 19.05.2026 | Foodwatch veröffentlichte den Labortest zu Reis, Tee und Gewürzen. |
| 20.05.2026 | Weitere Medien und Verbraucherseiten berichten über die Ergebnisse. |
| 25.05.2026 | Merkur aktualisiert die deutsche Berichterstattung mit Stand 25.05.2026. |
| Recherchezeitpunkt dieses Artikels | Keine allgemeine offizielle Rückrufmeldung zu den Foodwatch-Testbefunden auf Lebensmittelwarnung.de gefunden. |
Worauf du beim Einkauf jetzt achten kannst
Wenn du heute oder in den nächsten Tagen Reis, Tee oder Gewürze kaufst, musst du nicht in Panik verfallen. Sinnvoller ist ein ruhiger Check der Produkte, die du besonders häufig nutzt. Bei Gewürzen betrifft das oft Paprika, Chili, Curry und Kreuzkümmel, bei Tee vor allem Sorten, die du täglich trinkst.
Diese Schritte sind praktisch:
- Schau zuerst, ob du eines der von Foodwatch genannten Produkte zu Hause hast.
- Notiere oder fotografiere Charge, Mindesthaltbarkeitsdatum und Herstellerangaben.
- Suche nach aktuellen Hinweisen des Herstellers oder der Supermarktkette.
- Prüfe Lebensmittelwarnung.de, falls du eine offizielle Rückrufmeldung vermutest.
- Wechsle bei nächsten Einkäufen bei häufig genutzten Produkten gelegentlich die Marke.
Preis und Sicherheit sind beim Einkauf zwei verschiedene Dinge. Wer trotzdem gezielt planen möchte, kann Angebote weiterhin vergleichen, etwa über unsere Übersicht zu Edeka-Angeboten dieser Woche. Bei sensiblen Produktgruppen ist der günstigste Preis aber nicht das einzige Kriterium.
Warum geht es nicht nur um einzelne Supermärkte?
Der Foodwatch-Test betrifft zwar Produkte, die bei Aldi, Lidl, Rewe, Edeka und anderen Händlern verkauft werden. Das Grundproblem liegt nach Darstellung von Foodwatch aber tiefer: Viele der betroffenen Lebensmittel oder Rohwaren stammen aus internationalen Lieferketten. Pestizide, die in der EU nicht zugelassen sind, können laut Foodwatch in Drittstaaten eingesetzt werden und über importierte Ware wieder auf europäische Teller gelangen.
Supermärkte und Hersteller stehen deshalb unter Druck, ihre Lieferketten und Eigenkontrollen zu erklären. Gleichzeitig können Kundinnen und Kunden im Laden nur begrenzt erkennen, welche Rückstandsprüfungen ein Produkt durchlaufen hat. Genau deshalb sind transparente Herstellerinformationen, amtliche Kontrollen und klare Rückrufmeldungen wichtig.
Für den Alltag bleibt der beste Ansatz: informiert bleiben, nicht nur eine Marke dauerhaft kaufen und bei offiziellen Warnungen genau auf Produktname, Charge und Mindesthaltbarkeitsdatum achten.
FAQ
Welche Supermärkte sind im Foodwatch-Test genannt?
Foodwatch nennt unter anderem Produkte oder Eigenmarken von Rewe, Aldi, Lidl und Edeka. Außerdem werden Marken wie Teekanne, Messmer und Fuchs/Ostmann genannt. Das bedeutet nicht, dass alle Produkte dieser Händler betroffen sind.
Gibt es eine Lebensmittelwarnung oder einen Rückruf?
Foodwatch fordert laut eigener Mitteilung einen Rückruf von Fuchs Kreuzkümmel, Kania Kreuzkümmel und Rewe Chili Mix. Eine allgemeine offizielle Rückrufmeldung auf Lebensmittelwarnung.de zu diesen Foodwatch-Testbefunden wurde bei der Recherche nicht gefunden.
Sollte ich betroffene Produkte wegwerfen?
Ohne offizielle Rückrufmeldung ist das eine persönliche Vorsichtsentscheidung. Prüfe zuerst, ob Produkt, Charge und Mindesthaltbarkeitsdatum wirklich zu einer Warnung passen. Bei Unsicherheit kannst du den Kundenservice der Kette oder des Herstellers kontaktieren.
Sind Bio-Gewürze, Bio-Tee und Bio-Reis besser?
Bio kann helfen, die Aufnahme bestimmter chemisch-synthetischer Pestizidrückstände zu verringern. Eine absolute Garantie für Rückstandsfreiheit ist Bio aber nicht. Abwechslung bei Marken und Herkunft bleibt sinnvoll.
Was bedeutet "nicht zugelassenes Pestizid"?
Damit ist gemeint, dass der Wirkstoff in der EU nicht für die Anwendung als Pflanzenschutzmittel genehmigt ist. Rückstände können dennoch in importierten Lebensmitteln auftauchen. Ob ein Produkt rechtlich verkehrsfähig ist, hängt unter anderem von den geltenden Rückstandshöchstgehalten und der behördlichen Bewertung ab.
Zusammenfassung
- Foodwatch veröffentlichte den Labortest am 19.05.2026; Merkur griff das Thema am 25.05.2026 erneut auf.
- Laut Foodwatch enthielten 43 von 64 getesteten Produkten Rückstände von in Europa nicht zugelassenen Pestiziden.
- Genannt werden unter anderem Produkte von Rewe, Aldi, Lidl, Edeka, Teekanne, Messmer und Fuchs/Ostmann.
- Foodwatch fordert Rückrufe für Fuchs Kreuzkümmel, Kania Kreuzkümmel und Rewe Chili Mix, doch eine allgemeine offizielle Rückrufmeldung zu den Foodwatch-Testbefunden wurde nicht gefunden.
- Für Kunden ist der wichtigste Schritt: Produkt, Charge und Herstellerhinweise prüfen, abwechslungsreich einkaufen und offizielle Warnungen im Blick behalten.
Quellen
- Foodwatch Deutschland: "foodwatch-Labortest: verbotene Pestizide in Reis, Gewürzen und Tee", Pressemitteilung und Themenseite, veröffentlicht am 19.05.2026: foodwatch.org
- Foodwatch Deutschland: "Test: verbotene Pestizide in unserem Essen", Nachricht, veröffentlicht am 19.05.2026: foodwatch.org
- Foodwatch International: "Lab tests: foodwatch finds EU-banned pesticides in rice, tea, and spices", Press Release, veröffentlicht am 19.05.2026: foodwatch.org
- Merkur.de: "Bei Lidl, Aldi und Rewe: Verbotene Pestizide in 64 beliebten Supermarkt-Produkten gefunden", Stand 25.05.2026, 04:47 Uhr: merkur.de
- Lebensmittelwarnung.de: Suche nach relevanten Meldungen zu Foodwatch/Pestiziden/Kreuzkümmel/Rewe Chili Mix/Kania, keine allgemeine offizielle Rückrufmeldung zu den Foodwatch-Testbefunden aus Mai 2026 gefunden; separate ältere Kreuzkümmel-Meldung vom 30.12.2024 betrifft Pyrrolizidinalkaloide: lebensmittelwarnung.de
- Bundesinstitut für Risikobewertung: "Fragen und Antworten zu Pflanzenschutzmittelrückständen in Lebensmitteln", allgemeine Hintergrundinformationen zu Rückstandshöchstgehalten und Risikobewertung: bfr.bund.de
- Verbraucherzentrale.de: "Pestizid-Rückstände: Welche Lebensmittel sind belastet?", allgemeine Hintergrundinformationen und praktische Verbrauchertipps, abgerufen für Kontext: verbraucherzentrale.de